Die Deutschen lieben die Franzosen, nehmen sie aber nicht ganz ernst; die Franzosen bewundern die Deutschen, lieben sie aber nicht wirklich. Die Franzosen möchten ernst genommen werden, und die Deutschen möchten geliebt werden. Wer nicht ernst genommen wird, neigt dazu sich aufzuplustern. Wer nicht geliebt wird, reagiert oft überempfindlich.
Brigitte Sauzay
(ehemalige Dolmetscherin von H. Kohl und
F. Mitterand und persönliche Beraterin von G. Schröder)
In der wechselseitigen Beurteilung wird deutlich: Das Defizit der einen Seite ist offenbar das Plus der anderen – und umgekehrt. Dies ist der gemeinsame Nenner, der den meisten Konflikten zwischen Deutschen und Franzosen zugrunde liegt. Denn beide Seiten spüren die jeweils eigene Schwäche sehr genau und sind darum doppelt verunsichert, wenn sie ihnen beim Partner als dessen Stärke begegnet. Auf deutscher Seite dominiert die Rationalität, auf französischer Seite die Emotion.
Die Grundwerte bringen es an den Tag: hier Originalität, Kreativität, Prestige, Improvisation und Flexibilität; dort Nutzen, Rentabilität, Qualität, Perfektion und Kontinuität.
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